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Monatlicher Archinomics-Bericht Dezember 2022

27 days ago

DIE
Märkte

Aktien

Die internationalen Aktienmärkte gingen aufgrund der aggressiven Äußerungen der Zentralbanken zurück. US-Aktien gehörten zu den schwächsten Werten (S&P 500 Index -5,9 %; Nasdaq Index -8,7 %), da wachstumsorientierte Aktien unter der Angst vor höheren Zinsen litten. Japanische Aktien verloren nach der Änderung der Geldpollitik durch die Bank of Japan (BoJ) 4,7 % (TOPIX-Index). Die Aktien in China und Hongkong stemmten sich jedoch gegen den schwächeren Trend, da sie von Pekings Lockerung der Covid 19-Beschränkungen und der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Wiederbelebung gestützt wurden (MSCI China Index +5,2 %; Hang Seng Index +6,4 %).

Anleihen

Die internationalen Anleihen gaben nach, da die Hoffnungen auf eine gemäßigtere Haltung der Zentralbanken durch Äußerungen wichtiger Entscheidungsträger enttäuscht wurden. Die zehnjährigen US-Staatsanleihen fielen um 1,1 %, denn die Renditen stiegen leicht an und lagen Ende Dezember knapp über 3,8 %. Die zehnjährige Bundesanleihe fiel unterdessen um 4,4 %, da die Renditen aufgrund der Andeutungen der Europäischen Zentralbank (EZB), dass weitere deutliche Zinserhöhungen wahrscheinlich seien, stark auf knapp unter 2,6 % stiegen. Auch Unternehmensanleihen gaben nach, hielten sich jedoch besser als Staatsanleihen.

Währungen

Der japanische Yen erholte sich deutlich, nachdem die BoJ ihre Zinskurven-Kontrollpolitik geändert hatte, um einen Anstieg der Renditen japanischer Staatsanleihen zu ermöglichen. Der Euro legte ebenfalls zu, da die EZB angedeutet hatte, dass Anfang 2023 mindestens zwei weitere Zinserhöhungen um je 50 Basispunkte wahrscheinlich seien. Im Gegensatz dazu schwächte sich der US-Dollar ab, weil weitere Anzeichen für einen Höhepunkt der US-Inflation zu Spekulationen führten, dass die US-Notenbank (Fed) das Tempo künftiger Zinserhöhungen drosseln könnte. Auch das britische Pfund geriet unter Druck, denn es wurde befürchtet, dass das Vereinigte Königreich auf eine längere Rezession zusteuert.

Rohstoffe

Die Ölpreise erholten sich von ihrer anfänglichen Schwäche und schlossen zum Monatsende wenig verändert bei 85,9 $ je Barrel. Die europäischen Erdgaspreise gingen zurück, nachdem bekannt wurde, dass die europäischen Erdgasspeicher trotz eines bitteren Kälteeinbruchs zu mehr als 80 % gefüllt sind, und zwar dank der Einfuhren von Flüssigerdgas, einer Zunahme der Windenergie in Deutschland und einer höheren Atomstromerzeugung in Frankreich. 

Market Volatility

Volatilität des Marktes

Die Volatilität nahm leicht zu: der Vix-Index stieg im Dezember auf 21,7. Ein Wert unter 20 gilt allgemein als Indikator für Marktstabilität.

Verantwortliches Investieren

Auf der Konferenz der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt 2022 wurde ein bahnbrechendes Abkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt vereinbart. Die Vereinbarung sieht vor, bis 2030 ein Drittel der Natur unseres Planeten unter Schutz zu stellen. Darüber hinaus wird es Ziele für den Schutz lebenswichtiger Ökosysteme wie Regenwälder und Feuchtgebiete sowie für die Rechte indigener Völker geben. 


Überblick

China beendete die Null-Covid-Politik, und die Behörden konzentrierten sich wieder auf den Konsum und Branchen wie Technologie und Immobilien. Mit der Aufhebung der Test- und Quarantänevorschriften stiegen die Infektionszahlen sprunghaft an. Da Schätzungen zufolge bis zu 50 % der Bürger in den Großstädten mit dem Virus infiziert sind, ist mit weiteren Unterbrechungen der Lieferketten zu rechnen.


Der Inflationsdruck hat weiter nachgelassen, was auf eine rückläufige Inflation der Preise ab Werk und niedrigere Transportkosten zurückzuführen ist. Während die Leitzinserhöhungen im Dezember geringer ausfielen, deuteten die Zentralbanken an, dass dennoch mit weiteren Zinserhöhungen zu rechnen sei, und warnten vor höheren Endsätzen als der Markt derzeit einpreist.


Die Bank of Japan änderte ihre Politik zur Steuerung der Renditekurve, so dass die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihe in einer Spanne von +/- 50 Basispunkten um den Nullpunkt gehandelt werden kann. Die japanischen Anleiherenditen stiegen nach dieser Ankündigung in den oberen Bereich der Handelsspanne. Die BoJ erklärte, dass sie ihre ultralockere Geldpolitik beibehält und die Zinssätze bei -0,1 % belässt.


What?

Ausblick

Chinas Gesundheitssystem steht unter enormer Belastung, da die Omikron-Variante eine unzureichend geschützte Bevölkerung erfasst. Obwohl das langfristige Bild positiver ist, könnten die hohen Infektionsraten das Wachstum bremsen, da Fabriken geschlossen werden und die Menschen zu Hause bleiben. Die Feiertage zum Mondneujahr könnten weitere Herausforderungen mit sich bringen.  


Die Zentralbanken bleiben aggressiv. Während die EZB noch Nachholbedarf hat, bedeutet die aggressivere Haltung der Fed, dass sie sich ihrem Endzinssatz nähern könnte. Da der Inflationsdruck nachlässt und sich die hohen Basiseffekte bald auf die Gesamtinflationsraten auswirken dürften, werden die Anleger genau beobachten, ob die Entscheidungsträger der Fed ihren Fokus ändern.

Nach dem schlechtesten Jahr für Aktien seit der Finanzkrise, in dem wachstumsorientierte Unternehmen im Jahresverlauf um mehr als 20 % hinter Substanzwerten zurückblieben, dürften die Anleger die bevorstehende Unternehmensberichtssaison genau beobachten. Die Verlangsamung der Weltwirtschaft könnte sich negativ auf das Ertragswachstum auswirken.

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