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Ist eine Rezession immer eine schlechte Nachricht für Anleger?

2 months ago

Alex Burn, Senior Investment Analyst

Alex Burn,
Senior Investment Analyst, Architas

Der Ausblick für die Weltwirtschaft trübt sich ein. Die westlichen Verbraucher leiden unter steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen sowie höheren Kreditkosten, da die Zentralbanken die Zinsen anheben, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Aufgrund der Tatsache, dass sich China auf die Bekämpfung von Covid-19 konzentriert, anstatt die Gesundheit seiner Volkswirtschaft in den Vordergrund zu stellen, ist das Land nicht mehr der Wachstumsmotor der es einmal war.  Dies hat sich nicht nur in China, sondern in der gesamten Weltwirtschaft auf die Nachfrage ausgewirkt und die Wachstumsaussichten gedämpft.

Was ist eine Rezession?

Die Definition einer Rezession ist durch einen erheblichen, weit verbreiteten und lang anhaltenden Rückgang der Wirtschaftstätigkeit gekennzeichnet, der in der Regel mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit einhergeht. Viele Länder definieren eine technische Rezession als zwei aufeinander folgende Quartale mit einem negativen Wachstum des BIP (Bruttoinlandsprodukts), bei dem es sich um ein Maß für die Wirtschaftsleistung eines Landes handelt.

Wie verhalten sich die Finanzmärkte in einer Rezession?

Der gängigen Meinung zufolge haben Aktien während einer Rezession zu kämpfen, da die geringere Nachfrage die Unternehmensgewinne beeinträchtigt. Die Realität sieht jedoch etwas differenzierter aus. Während ‚zyklische’ Aktien wie Industrieunternehmen, die von einer wachsenden Wirtschaft profitieren, unterdurchschnittlich abschneiden können, erweisen sich Aktien aus ‚defensiven’ Sektoren wie Basiskonsumgüter und Gesundheitswesen möglicherweise als relativ widerstandsfähig. Anbieter von Dienstleistungen des täglichen Lebens, wie Versorgungs- und Telekommunikationsunternehmen, können ebenfalls relativ gut abschneiden, da die Nachfrage wahrscheinlich weniger von Ausgabenkürzungen betroffen ist. Darüber hinaus behaupten sich gut geführte Unternehmen mit soliden Bilanzen und einer langen Tradition bei der Dividendenausschüttung vermutlich besser als Wachstumsunternehmen, die es in einem weniger günstigen wirtschaftlichen Umfeld schwer haben können.

Die Rentenmärkte gelten in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten oft als sicherer Hafen. Die regelmäßigen Erträge von Anleihen können dazu beitragen, die Renditen zu glätten und die Anleger vor etwaigen Schwankungen an den Aktienmärkten zu schützen. Darüber hinaus veranlassen Rezessionen die Zentralbanken häufig dazu, das Wirtschaftswachstum durch Zinssenkungen anzukurbeln, was in der Regel zu steigenden Anleihekursen führt. Derzeit erhöhen die Zentralbanken die Zinssätze, um die Inflation zu bekämpfen, was einen starken Ausverkauf bei Anleihen ausgelöst hat. Sobald der Inflationsdruck nachlässt, könnten die Anleihemärkte zu ihrer traditionellen Rolle zurückkehren, garantierte Erträge und Schutz gegen die Volatilität der Aktienmärkte zu bieten.

Bargeld ist ein weiterer Vermögenswert, bei dem man davon ausgeht, dass er in einer Rezession gut abschneidet, wobei wichtig ist, dass es Teil eines diversifizierten Portfolios ist. Wichtig ist auch, zu bedenken, dass die Kaufkraft von Bargeld real oder inflationsbereinigt sinkt, wenn die Zinssätze niedriger sind als die Inflation (was derzeit der Fall ist).

Die Volatilität ausnutzen

Dollar Cost Averaging kann ein nützliches Instrument sein, um die Marktvolatilität, die mit einer Rezession einhergehen kann, auszunutzen. Dabei wird regelmäßig ein bestimmter Geldbetrag investiert, so dass man bei niedrigen Kursen mehr und bei hohen Kursen weniger von einer Anlage kauft. Dollar Cost Averaging kann helfen, beim Investieren die Emotionen auszuschalten, da es die Versuchung verringert, auf Markttiming zurückzugreifen. Im Laufe der Zeit kann Dollar Cost Averaging das Risiko mindern, insbesondere bei volatilen Märkten.

Architas view

Der Standpunkt von Architas

Es wirkt immer wahrscheinlicher, dass sich die Weltwirtschaft einer Rezession nähert.  Eine Periode negativen Wachstums könnte jedoch zur Abkühlung einiger der Faktoren beitragen, die die Inflation auf ein Mehrjahrzehnthoch getrieben haben. Eine geringere Nachfrage könnte die Störungen der Lieferkette abmildern, die auftraten, als sich die Weltwirtschaft von der Pandemie erholte. Ein langsameres Wachstum und eine geringere Produktion im verarbeitenden Gewerbe bewirken eine geringere Nachfrage nach Öl und Gas, was wiederum dazu beiträgt, die durch die Invasion der Ukraine durch Russland verursachte Energiekrise zu entschärfen. Letztendlich wird sich dies positiv auf die Finanzmärkte auswirken, auch wenn eine Phase anhaltender Volatilität zu erwarten ist, bis sich das Bild klärt. In der Zwischenzeit sollte ein ausgewogener Multi-Asset-Ansatz weiterhin dazu beitragen, die Marktrenditen zu glätten und in unsicheren Zeiten für eine gewisse Beruhigung zu sorgen.

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