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CLOSELOOK - Juli 2019

one month ago

Was drückt auf die Gewinne?

Die prognostizierten Gewinne der großen Automobilhersteller rutschen ab. Der mächtige Daimler-Konzern hat die vierte Gewinnwarnung dieses Jahres veröffentlicht. Angesichts der rapide nachlassenden Nachfrage nach Mainstream-Fahrzeugen auf einigen Märkten schließen sich große Akteure zusammen, um die Investitionskosten in neue Technologien zu teilen. Wir werfen einen prüfenden Blick auf den Auto-Sektor und fragen uns, was die Zukunft bringt.

Was also ist für den Gewinneinbruch bei Daimler verantwortlich? Wie auch bei anderen Akteuren, die auf Massenmärkten aktiv sind, wirkten sich sinkende Verkaufszahlen in den USA und China auf Daimler aus. Außerdem hat die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen auf dem europäischen Markt stark nachgelassen, da die Verbraucher nach umweltfreundlicheren Alternativen suchen. Und um das Fass voll zu machen, findet sich Daimler auch mitten im Handelskrieg wieder, da das Unternehmen Fahrzeuge aus den USA nach China versendet.

Der chinesische Markt hat die Nachfrage nach den Produkten westlicher Kfz-Hersteller nun fast drei Jahrzehnte lang angeheizt. Doch das nachlassende Wirtschaftswachstum und neue Regeln für Abgasemissionen haben die Nachfrage nach günstigeren Fahrzeugen gedrosselt. Fort und Peugeot melden, dass ihre Werke nicht annähernd ausgelastet sind. Der Umsatz von Ford in China ist in der ersten Jahreshälfte um 27 % zurückgegangen, während im Peugeot-Werk kaum 100 Autos gefertigt wurden! General Motors und VW ist es gelungen, in China Gewinne zu erwirtschaften, aber nur gerade so eben.

Zukunftsweisende Produkte wie Elektroautos oder sogar fahrerlose Fahrzeuge könnten das Wachstum ankurbeln. Hierfür sind jedoch enorme Investitionen erforderlich und die Automobilhersteller zögern, diese allein zu tragen. Ford und VW haben sich zusammengetan, um Kosten zu sparen. Der US-amerikanische Gigant plant, ein in Europa in Serienfertigung hergestelltes Elektroauto zu entwickeln und hierfür das deutsche Know-how im Bereich batteriebetriebener Fahrzeuge zu nutzen. Toyota arbeitet mit Subaru und Suzuki zusammen. Und die Allianz von Renault und Nissan im Bereich Elektrofahrzeuge hat sich für beide Unternehmen – trotz einiger Probleme – bereits gelohnt.

Es wird erwartet, dass sich der Anteil von Elektroautos auf dem britischen Markt im nächsten Jahr auf 2 % verdoppelt. Weniger sicher ist, wie gut die fahrerlose Technologie angenommen wird. Doch die erforderlichen Investitionen werden fraglos enorm sein. VW wird $ 2,6 Mrd. in Argo Al, das Start-up von Ford für fahrerlose Technologie, investieren und plant, die Technologie in Europa zu testen. Währenddessen behauptet Tesla-Gründer Elon Musk, das er „neuronale Netzwerke“ oder Computer entwickelt, die das menschliche Gehirn imitieren können und sicheres fahrerloses Fahren nur mit Kameras und Sensoren ermöglichen. Das alles hört sich recht visionär an, aber bis Gewinne erwirtschaftet werden, könnte noch sehr viel Zeit vergehen

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