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CLOSE LOOK: NEGATIVZINSEN – WORUM GEHT ES DABEI?

2 months ago
Wenn die Wirtschaftskrise zuschlägt, werden die Zentralbanken ihre Zinssätze senken. Ziel ist es, die Liquidität im Finanzsystem zu erhöhen und zukünftiges Wachstum zu stimulieren. Das ist diesmal nicht anders, nur etwas extremer. Da Covid-19 die globalen Aktivitäten in die Knie gezwungen hat, liegen die Zinssätze weltweit bei oder unter Null. Wir blicken auf die schöne neue Welt der negativen Zinssätze.

Mit einem Schritt, der die Finanzmärkte schockierte und das Vertrauen der Anleger erschütterte, senkte die Fed Mitte März ihren niedrigeren Leitzins auf Null. Die Gesamtabsenkung betrug innerhalb weniger Wochen 1,50 %. In Großbritannien erreichten die Zinssätze ein Rekordtief knapp über der Nullgrenze. China ist nun die letzte große Volkswirtschaft mit deutlich positiven Zinssätzen von knapp über 4 %, trotz einer Reihe von Zinssenkungen als Reaktion auf den Ausbruch von Covid-19.

In der Eurozone und in Japan, die zusammen ein Viertel der Weltwirtschaft ausmachen, sind die Zinssätze seit mehreren Jahren negativ. Die EZB drückte die Zinssätze 2014 unter null und die Bank von Japan folgte 2016. Beides mit dem Ziel, die Kreditvergabe der Banken anzukurbeln und die Inflation anzutreiben. In beiden Fällen war dies nicht sehr erfolgreich. Stattdessen verzerrten die negativen Zinssätze die Preise an den Finanzmärkten und vernichteten die Gewinne der Banken. Sie behinderten auch die Rententräger, die positive Kapitalerträge benötigen, um Zahlungen an Versicherungsnehmer leisten zu können.

Damit kommen wir zu den Märkten für Staatsanleihen, wo Pensionsfonds bisher nach sicheren, vorhersehbaren Renditen suchten. In den letzten Jahren, als die Jagd nach Rendite immer verzweifelter wurde, sind die Anleihekurse gestiegen und die Renditen automatisch gesunken, sogar in den negativen Bereich. Hauptsächlich aus Mangel an Anlagealternativen. Es wird geschätzt, dass weltweit Anleihen im Wert von 14 Billionen USD jetzt eine negative Rendite aufweisen.

Als die Aktienmärkte im vergangenen Monat einbrachen, versuchten die Anleger jedoch, Geld aus liquideren Beständen zu beschaffen. Die Anleiherenditen erholten sich ziemlich schnell, da die Anleihekurse wieder fielen. Rechnet man die riesigen fiskalischen Unterstützungspakete hinzu, die zukünftiges Wachstum stimulieren sollen, ist es keine Überraschung, dass die Renditen, insbesondere bei Anleihen mit längerer Laufzeit, gestiegen sind. Die Anleihenmärkte haben eindeutig noch Vertrauen in die Kraft der fiskalischen Stimulierung.

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